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Günter Grass oder Die Bauchlandung eines Höhenfliegers

April 4th, 2012 · 1 Kommentar

Nobelpreisträger verheddert sich in poetischem Supergau

Ein Nachruf

Einst war Günter Grass so etwas wie das Gewissen der deutschen Nation, und zwar zurecht. Vieles an seiner Kritik an Politik und Gesellschaft war und ist immer noch richtig. In den letzten Jahren ist es ruhig geworden um ihn. Dabei hätte er es belassen sollen. Jetzt meldet sich Grass in der Süddeutschen Zeitung→mit einem Gedicht zu Wort, wo er besser die Artikelform gewählt hätte, doch auch dann wäre der Inhalt nicht besser.

Vorsicht, Günter Grass dichtet! / Foto: Thommy Weiss / pixelio.de

“Was gesagt werden muss” heißt das Machwerk, in dem er Israel unterstellt, sein  “nukleares Potential” zu einem “Erstschlag” einzuplanen und damit das “iranische Volk auslöschen könnte”. Grass fordert in dem Gedicht eine internationale Kontrolle und Prüfung des “nuklearen Potentials” Israels und macht sich Vorwürfe, darüber nicht früher gesprochen zu haben, weil er sich vor dem Vorwurf des “Antisemitismus” gefürchtet habe und darüber zum Lügner geworden sei.

Nun muß sich Grass gerade diese befürchteten Vorwürfe gefallen lassen, denn während Grass Israels Atompotential problematisiert, schrumpfe der “iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad, der immerhin den Holocaust und damit die Vernichtung von sechs Millionen Juden leugnet, […]bei Grass zu einem ´Maulhelden´.“, wie die Frankfurter Rundschau→ in einer Kritik schreibt.

An anderer Stelle→ schreibt Henryk M. Broder, wie immer mit ziemlich Spitzer Feder:

Grass hat schon immer zu Größenwahn geneigt, nun aber ist er vollkommen durchgeknallt. Ganztätig mit dem Verfassen brüchiger Verse beschäftigt, hat er keine der vielen Reden des iranischen Staatspräsidenten mitbekommen, in denen er von der Notwendigkeit spricht, das “Krebsgeschwür”, das Palästina besetzt hält, aus der Region zu entfernen. “

Schade, wenn ein großer Mann so klein wird. Mein Mitleid zu seiner nachlassenden Geistesschärfe hat er, aber äußern sollte er sich nur noch, wenn er gute Freunde zu Rate zieht. Dass er komplett ausgeblendet hat, was für einen antisemitischen Wahnsinn Ahmadinedschad verbreitet, ist deutliches Zeichen seines nachlassenden Geistes, früher hätte er sicherlich bedacht, dass Israel sich zurecht bedroht fühlt und trotzdem keinen atomaren Erstschlag vorbereitet, denn das wäre tatsächlicher Wahnsinn, den man eher Ahmadinedschad als den Israelis zumuten darf.

Wir erleben den Abgesang eines großen deutschen Schriftstellers!

Nicht jeder Abtritt ist perfekt, doch wenn Grass sich jetzt nicht vor weiteren Fehlern dieser Art schützt, gefährdet er die große moralische Reputation, die er immer noch in weiten Kreisen hat und wird zum Helden rechtsradikaler und antisemitischer Spinner, auf diesen Weg hat er sich schon jetzt begeben……..

Update: Die verheerenden Kritiken in der deutschen Zeitungslandschaft:

“So falsch liegt Günter Grass” (Spiegel Online→)

“Günter Grass’ seltsames Verhältnis zu den Fakten” (Welt Online→)

“Der lyrische Präventivschlag des Günter Grass” (Zeit Online→)

Günter Grass – Dichter und Maulheld” (Frankfurter Rundschau→)

Was Grass uns sagen will (FAZ→)

Grass-Gedicht ruft wütende Reaktionen hervor” (Süddeutsche Zeitung→)

Update 2 (05.04.2012): Wer eine Fortsetzung des Dramas sehen will, sieht heute Abend fern:

Grass will sich in den “Tagesthemen” äußern→

Update 3 (07.04.2012): siehe auch:

Thesen-Check: FRankfurter Rundschau vom 06.04.2012→

Westerwelle kritisiert Grass-Gedicht→

Reich-Ranicki: Israel Gedicht ist “ekelhaft”→

Tags: Allgemein · Tagespolitik

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