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Der x-te Fall von Korruption in Deutschland

März 2nd, 2012 · Keine Kommentare

Wie die Firma S.D.R. Biotec in Pohritzsch/Sachsen die Umwelt vergiftete

Müllskandale haben eine lange Tradition in Deutschland, was nur zeigt, dass sich bei der Müllentsorgung viel Geld verdienen läßt. Und immer wieder ist eine ähnliche Konstellation zu vermuten oder schon erwiesen: die Zusammenarbeit von moralfreien und skrupellosen Menschen aus Behörden, Wirtschaft und Politik, des Bürgers, also unseren Angestellten gewissermaßen.

Und eins versteht sich von selbst: wir Bürger zahlen immer die Zeche!

So läuft's! Uns Bürgern das Gift, den Skrupellosen das Geld! / Foto: Thomas Siepmann / pixelio.de

“Nieten in Nadelstreifen” war einmal ein berühmter Buchtitel über Politiker, doch zeigt sich, dass dieser Begriff genauso auf Leute der Wirtschaft zutrifft. Doch wir müssen differenzieren: was das Talent zum organisierten Raubzug angeht, haben wir es keineswegs mit Nieten zu tun, wenn wir jedoch die Mitmenschlichkeit oder die Achtung der Natur als Maßstab nehmen, sind diese Leute absolut verdammenwert und Top-Kandidaten für den Knast, wenn es für das, was diese Menschen getan haben, griffige Gesetze und verfolgungswillige Behörden gäbe. Da jedoch Gesetze von Politikern gemacht werden, die mit diesen Firmen zusammenarbeiten und in den Behörden kräftig mitverdient wird, geschieht nichts.

“Unternehmen, Behörden und Politiker in Sachsen ignorierten jahrelang einen Skandal um hoch giftige Abfälle.” titelte Zeit-Online am 14.10.2010→

….und schon im Titel zeigt sich das Zusammenwirken der glorreichen DREI (Unternehmen, Behörden, Politiker) gegen den Bürger.

Während der jüngste von Frontal 21→ aufgedeckte Müllskandal den Bürger “nur” Geld kostet, ist der seit 1999 laufende sächsische Müllskandal der S.D.R. Biotec in Pohritzsch der wohl »größte Giftmüllskandal der letzten Jahre«, wie der Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe (DUH), Jürgen Resch, meint.

Was ist passiert? Die Firma S.D.R. Biotec mit Sitz in Pohritzsch wird beschuldigt, über 12 Jahre lang über eine Million Tonnen Hausmüll, in den hochgiftiger Sondermüll untergemischt worden sein soll, in Sachsen und Sachsen-Anhalt illegal entsorgt zu haben.

“Im Sächsischen Landtag ermittelt ein Untersuchungsausschuss. Und vom 21. November an wollen Abgeordnete der Opposition dort nachweisen, dass Behörden und Politiker im Fall einer Abfallbehandlungsanlage im Dorf Pohritzsch nahe Leipzig seit vielen Jahren von rechtswidrigen Vorgängen wussten, ihnen aber erst nachgingen, als sie unter dem Druck der Öffentlichkeit dazu gezwungen wurden. Und das war spät.” (Quelle: Zeit-Online→)

Das Brisante ist wieder einmal keine Neuigkeit: zahlreiche Aufsichtsbehörden, das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft, die Betreiber der Mülldeponien, die der öffentlichen Hand gehören und wo der Müll wohl vielfach gelandet ist (mal wieder im Schoß des Bürgers!), sie alle und noch andere wußten seit Jahren von den Vorwürfen, ohne zu handeln!

“Es geht um Blei, Cadmium, Arsen, Nickel, Quecksilber, Thalium, Selen. Es geht um Dioxine, Chloride und Furane, die in die Umwelt gelangen können. Diese Stoffe sind Krebserreger, Nervengifte und können das Erbgut schädigen.” (Quelle: Zeit-Online→)

Empfänger: Das Trinkwasser sächsischer Bürger, die auch gleich noch die sachgerechte Entsorgung bezahlen dürfen, wenn kein solventer Verursacher haftbar gemacht werden kann. Das ist aber bei der beteiligten politischen Prominenz fast auszuschließen, es sei denn, wir Bürger finden endlich eine Weg, die Gesetze so zu ändern, dass die Gewinne dieser Geschäfte, die mindestens im zweistelligen Millionenbereich liegen dürften, eingetrieben werden können. Der angerichtete Schaden dürfte weit teurer sein.

Die Firma S.D.R. Biotec versprach, mittels eines einfachen chemischen Verfahrens aus Giftmüll Baustoff erzeugen zu können, hatte dies aber niemals nachgewiesen. Die Behörden glaubten ihnen, trotz massiver Beschwerden von Anwohnern über giftige Stäube.

Die beste Nachricht kommt zum Schluss:

“…das deutsche Deponierecht und die Abfallverordnungen werden ständig verändert, oft bleiben Schlupflöcher für Delinquenten der Branche und die Verantwortlichen in der Politik. Was heute verboten ist, kann vor sechs Jahren erlaubt gewesen sein. Als 2009 und 2010 in Sachsen-Anhalt schon mal ein Untersuchungsausschuss die vielen Müllskandale dort aufzuklären versuchte, hatte eine Umweltbeamtin aus dem Saalekreis beklagt, dass eine Umdeklarierung von Abfällen »nicht mal als Ordnungswidrigkeitstatbestand im Kreislaufwirtschaftsgesetz geregelt« sei. Die Frau hatte in der Region um Halle Falschdeklarationen im großen Stil aufgedeckt – und bekam Drohungen aus der Müllwirtschaft.” (Quelle: Zeit-Online→)

So liegt der Verdacht nahe, dass zu viele, die für die Prüfung solcher Machenschaften zuständig sind, an diesem  Geschäft gut verdienen und darum untätig bleiben. Scheiß auf die Menschlichkeit,den Bürger und die Umwelt. Irgendwer wird’s später schon wieder richten, oder?

 

 

Tags: Tagespolitik

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