Allgemein

Nationalsozialismus – eine Lehre für die Zukunft!

Was Fehler für die Zukunft bringen……

 

Wir sind die erste Gesellschaft der Welt, die sich mit ihrer Schuld auseinandergesetzt und zumindest materiell die Opfer teilweise „entschädigt“ hat, wofür es eigentlich keine Entschädigung geben kann und darauf können wir heute stolz sein!

Eine Lehre der Welt aus dem Nationalsozialismus war, dass Verbrechen gegen die Menschlichkeit verfolgt werden müssen, und heute kommen tatsächlich immer weniger Diktatoren und ihre Helfer davon.

Eine wichtige Lehre des Holocaust, die wir noch in unser Denken und Handeln aufnehmen müssen, hat der Soziologe  Zygmunt Bauman in seinem Buch „Dialektik der Ordnung“ beschrieben:

„Der Holocaust geht nicht auf das Konto eines rasenden Mobs, sondern wurde von Uniformierten verübt, die Befehle und Anweisungen diszipliniert und gewissenhaft ausführten!“¹

Uniformierte, das sind normalerweise Vertreter des Staates und man sollte meinen, dass man ihnen vertrauen könnte. Dem ist leider (auch heute) nicht immer so!

Ganz normale Menschen haben pflichtbewusst und mit Eifer am Völkermord an den Juden mitgearbeit, Menschen, die zu Hause treusorgende Ehemänner, liebende Väter und gute Freunde sein konnten.

Daraus müssen wir eine Lehre ziehen, die zwar den heutigen Machthabern in unserer Demokratie nicht behagen  wird, das macht aber nichts:

  • Gesetze und Verordnungen dürfen wir nur solange befolgen, solange sie moralisch vertretbar, human sind!

Eine Lehre des Holocaust sei, schrieb 1945 Dwight Mcdonald, man müsse fortan jeden Gesetzestreuen mehr fürchten als den Gesetzesbrecher.

  • die Rationalität bspw. der Bürokratie kann auch einem Massenmord dienen und muss also immer ethisch hinterfragt werden
  • die alltägliche Struktur von Macht und Gehorsam ist viel gefährlicher, als eine grausame Persönlichkeitsstruktur. „Menschen, die Diebstahl, Mord und körperlich Gewalt aus dem Innersten heraus ablehnen, werden möglichweise (relativ schnell) zu Tätern, wenn die entsprechende Autorität  den Befehl erteilt.“ zitiert Bauman auf Seite 168 Stanley Milgram, der berühmt wurde durch eine Studie zum Gehorsam von Menschen.

Auf die politische oder bürokratische Autorität ist kein eindeutiger Verlass, das ist die Lehre, die wir doch im Grunde längst wissen.

Politiker lügen ebenso, wie andere Menschen auch und wir brauchen immer unsere sieben Sinne, wenn Politiker etwas behaupten oder versprechen.

Wenn den Kindern von Hartz IV Empfängern 3 Euro monatlich für Bildung zustehen, dann ist das eine Verhöhnung von Menschen, aber keine Bildungsmaßnahme, die diesen Namen wert ist.

Politiker reden sich ihre eigene Unmenschlichkeit durch hübsche Formulierungen schön, besser werden sie dadurch nicht.

Und schon sind wir Komplizen von Unmenschlichkeit.

Wenn unser Chef uns anpfeift, nicht weil wir einen Fehler gemacht haben, sondern weil er schlechte Laune hat oder uns nicht besonders mag, wie oft halten wir solche Ungerechtigkeiten aus, ohne aufzubegehren, aus Angst, unsere Arbeit zu verlieren. Das wissen natürlich auch Arbeitgeber und nutzen das aus.

Das Deutsche Arbeitsrecht schützt uns hier wenig und wurde zugunsten der Arbeitgeber auch noch gelockert. Wenn das Recht aber unsere Würde nicht mehr schützt, ist es das Papier noch wert, auf das es geschrieben wurde?

Das Wort Kündigungsschutz wird immer mehr zur hohlen Phrase!

Man nennt das Euphemismus, wenn sich hinter einer schönen Bezeichnung eigentlich etwas deutlich weniger schönes, oder gar schreckliches verbirgt.

Wie die Nazis von der „Endlösung“ sprachen, was sich sehr positiv anhört, die „endgültige Lösung eines Problems“, doch dahinter stand der Massenmord an Menschen.

Glücklicherweise ist das Vertrauen in die Politik durch Hitler und Konsorten gründlich zerstört worden. Heutige Politiker arbeiten weiter daran, unser Vertrauen in sie noch gründlicher zu zerstören.

  • die Sehnsucht, dass andere für uns entscheiden mögen, ist gefährlich. Immer wieder fallen wir auf immer geschicktere Täuschungen herein. Aber wir müssen selbst denken und die Konsequenzen dieser Gedanken auch umsetzen und verantworten!
  • die Konsequenz enttäuschten Vertrauens ist stärkere Kontrolle. Nach jedem neuen Skandal wird die moralische Besinnung der Politik versprochen – ändern tut sich wenig, solange wir solchen Versprechen glauben, ohne auf kontrollierende Gesetze zu bestehen.

Wir Bürger sind die Macht im Staat, wenn wir unsere Macht einsetzen.

Politiker sind in ihrer schlechtesten Ausprägung die Huren der Mehrheit.

Wenn wir uns zu Wort melden, wenn wir den Betrieb stören, wenn wir zueinander halten, macht Politik, was wir wollen und nicht wir, was Politik will.

 

Anmerkungen:

¹: Bauman, Zygmunt: Dialektik der Ordnung; Die Moderne und der Holocaust, Büchergilde Gutenberg, Frankfurt a. M., 1992, S. 166