Allgemein, Politische Skandale, Satire

Nicht neu, aber trotzdem sensationell!

Es gibt tatsächlich noch Irgendjemanden, der die FDP braucht!

Keiner hätte es für möglich gehalten, Experten lachten nur noch über sie, Bürger verhöhnten sie nur noch, kurz: keiner nahm sie mehr ernst!

Und jetzt?

Die Sensation ist perfekt. Nach jahrelang erfolglosen Recherchen des Spiegel ist er nun doch tatsächlich noch fündig geworden.

Ergebnis: Die FDP wird doch noch gebraucht!

Allerdings nur noch von wenigen, wie beispielsweise von Armut bedrohten Adligen, wie August Baron von Finck.

Schloss Weinfelden, Thurgau in der Schweiz, im Besitz der Familie von Finck

Dessen Firmengruppe spendete uber die Substantia AG der FDP 1,1 Millonen Euro, „eine der höchsten Parteispenden in der Geschichte der Freidemokraten“, wie die FAZ am 17.1.2010 schreibt.

Auch die Deutsche Bank braucht die FDP anscheinend dringend. Von 2005-2009 spendete sie der FDP mit schöner Regelmäßigkeit Beträge über

200 000 Euro jährlich.

Vom Baron noch nie gehört? Der Baron ist Miteigentümer „der Mövenpick-Gruppe, die in Deutschland 14 Hotels betreibt“, schreibt die FAZ.

Na, klingelt’s. Aber ja, da war doch das Steuergeschenk an die deutschen Hoteliers, die Steuersenkung von 19 auf 7%, die die FDP vor der Wahl noch als Steuerentlastung für die Bürger verkaufte.

Na ja, irgendwie muss man sich ja revanchieren, wenn man durch die FDP gutes Geld verdient.

Das war dem Baron und seinen Möwenpickern wohl das Sümmchen wert. Kein Wunder, spricht der Spiegel doch von einem „Milliardengeschenk für die Branche“. Und mal ehrlich, wir Bürger haben’s doch, da können wir es uns doch wirklich leisten, Hoteliers zu unterstützen.

Der Baron braucht aber auch wirklich dringend Geld:
„August von Finck junior liegt im Jahr 2010 mit einem geschätzten Vermögen von rund 8,4 Milliarden US-Dollar auf Platz 5 des Forbes-Ranking für Deutschland und auf Platz 108 weltweit.“ (Quelle: Wikipedia)
Finck Junior erbte das Vermögen seines Vaters, August von Finck Senior, einem Bewunderer Hitlers, der auch schon ein Näschen für gute Geschäfte hatte, zum Beispiel mit der Arisierung von jüdischen Banken im Dritten Reich:

„August von Finck war der Sohn und Nachfolger von Wilhelm von Finck. Er gehörte zu den ersten Bewunderern Adolf Hitlers und hat mit seiner damaligen Privatbank „Merck Finck & Co“ zahlreiche jüdische Banken „arisiert“. Unter diesen waren auch die Banken J. Dreyfus & Co. aus Berlin sowie Rothschild.“ (Quelle: Wikipedia)

Solche am Rande der Verarmung vegetierenden Unternehmer suchen immer wieder die Nähe zur Politik und müssen staatlich unterstützt werden, das versteht doch jeder. Unsere Regierung verzichtet in unserem Namen auf Steuern zu Gunsten dieser Leute und nimmt dafür lieber neue Kredite auf.

Konsequent ist da nur, wenn Politiker und Wirtschaftsleute den Bürger für blöd halten, wir lassen es ja mit uns machen.

„Die Grünen kritisierten, die FDP mache sich den Staat zur Beute.“, so die FAZ im Gleichen Artikel.

Nun mal halblang, das machen die doch alle, nicht nur die FDP! Die hatt sich halt erwischen lassen. Selber Schuld!

Ergänzung vom 20.03.2018: Der Baron scheint auch ein Unterstützer der AFD zu sein. Das macht ihn nicht sympathischer.

Bild von: Roland Zumbühl – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link